Brennende Betten

Eine Stadt sieht einen Film.

EINE STADT SIEHT EINEN FILM ist seit 2016 das jährliche Gemeinschaftsprojekt der Hamburger Arthouse- und Programmkinos. Einen ganzen Sonntag (11 bis 22 Uhr) zeigen 16 Hamburger Kinos einen Filmklassiker made in Hamburg. Das Herzstück der gemeinsamen Kinoveranstaltung ist traditionell die Reise des Filmteams durch die Kinos, die Kinogespräche und natürlich eine Drehorttour an die Originalschauplätze.

EINE STADT SIEHT EINEN FILM ist eine gemeinsame Veranstaltung der Hamburger Arthouse- und Programmkinos mit Unterstützung der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein.

Zum Film
Gina ist Deutsche. Die Liebe des deutschen Mannes zum Auto kommt bekanntlich noch vor dem Interesse am anderen Geschlecht. Gegen diesen Zustand führt Gina einen Zwei-Frontenkrieg: Als KFZ-Prüferin beim TÜV nützt sie liebevoll ihre Chancen zur Rache an Mensch und Maschine, privat verschreibt sie sich mit rückhaltloser Erforschungswut der ehemals verpassten sexuellen Revolution. Aktuell hat sie mit ihrem Freund Schluss gemacht und ist auf der Suche nach einer neuen Wohnung im Schanzenviertel. Dabei trifft sie den britischen Schlagzeuger Harry, der frisch aus London eingetroffen, ebenfalls eine Bleibe sucht. Sie täuschen dem Vermieter eine Ehe vor und bilden anschließend eine Not-WG. Bald stellt sich heraus, dass er Pyromane ist - seine Liebe gilt der Explosion. Wir erleben den Beginn einer wunderbaren Feindschaft, wobei sich der im Ehekrieg erprobte Harry und die Beziehungsterroristin Gina als durchaus ebenbürtige Gegner erweisen...
 
BRENNENDE BETTEN feierte 1988 seine Premiere auf den Hofer Filmtagen und wurde im Frühjahr 2021 im Auftrag der Deutschen Kinemathek mit Mitteln des Förderprogramms Filmerbe restauriert.

Der Film ist Pia Frankenbergs dritter Langspielfilm als Regisseurin, Autorin und Schauspielerin. Die Kamera führte der Franzose Raoul Coutard, der als Kameramann der Nouvelle Vague auch mit François Truffaut und Jean-Luc Godard zusammenarbeitete. Pia Frankenberg feierte auch Erfolge als Produzentin von Filmen von Luc Bondy, Ulrike Ottinger und Hermine Huntgeburth sowie als Schriftstellerin.

Die Filme Pia Frankenbergs tragen durch ihre Art der Inszenierung, teils improvisierten Dialogen und den Themen, die sie behandeln ein anarchisches Moment in sich und werfen einen weiblichen Blick auf die Gesellschaft. Hauptdrehort von BRENNENDE BETTEN ist das Hamburger Schanzenviertel.

BRD 1987, Regie: Pia Frankenberg, 86 Min., digital restauriert 2021.

Im SchanzenKino 73 sind zu Gast sind Fats G. Pachsteffl (Schauspiel), Christiane Carstens (Schauspiel) & Christian Bussmann (Ausstattung). Das Gespräch findet vor dem Film statt.

www.eine-stadt-sieht-einen-film.de

 

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